Ohrenentzündung- erkennen und behandeln,die Otitis media tritt meist sehr spontan auf.

Ohrenentzündung- erkennen und behandeln

Ohrenentzündung

Ohrenentzündung

Schaut man sich im Winter die Wartezimmer von Pädiatern (Kinderärzte) an, fällt auf, dass überwiegend sehr kleine Patienten mit besorgten Eltern auf den Arzt warten. Die Ohrenentzündung, Otitis media, ist eine häufige Erkrankung bei kleinen Kindern. Da viele Kinder bereits sehr früh erkranken, meist schon vor dem ersten Lebensjahr, ist es wichtig die Symptome zu erkennen und behandeln zu lassen. Denn gerade die kleinen Patienten können ja nicht sagen was ihnen fehlt.

Erste Anzeichen

Die Otitis media tritt meist sehr spontan auf. Das Kind wird durch starke schmerzen aus dem Schlaf gerissen und beginnt zu weinen. Da es nicht weiss, was da mit ihm geschieht, wirft es den Kopf hin und her. Mit den kleinen Händen greifen sie sich an die Ohren oder drehen den Kopf konsequent weg. Ob hier eine Entzündung im Spiel ist, lässt sich durch leichten Druck gegen die Ohrmuschel feststellen. Wird dieser mit einem heftigen Aufschrei begleitet, ist eine Entzündung sehr wahrscheinlich. Die kleinen Patienten verhalten sich sehr unruhig, schreien viel und wollen nicht trinken oder essen. Es ist wichtig die Temperatur des Kindes zu überprüfen und einen Arzt zu konsultieren.

Diagnosestellung

Beschreiben Sie dem Kinderarzt Ihre Beobachtungen. Leidet das Kind an einer Otitis media akuta lässt sich das mit Hilfe einer Otoskopie (Trommelfellspiegelung) feststellen. Das Trommelfell zeigt eine Rötung, eine fehlende Beweglichkeit mit leichter Vorwölbung und eventuell einen Flüssigkeitsspiegel.

Therapie

Um Komplikationen wie eine Mastoiditis zu vermeiden wird der Arzt frühzeitig Antibiotika und abschwellendes Nasenspray verordnen. Das Antibiotikum der Wahl ist in den überwiegenden Fällen Amoxicilin+Clavulansäure. Die Angst vor Resistenzen der Bakterien wird auch durch Beiträge in den Medien stetig verstärkt. In den Niederlanden wurde daher eine abwartende Therapie (watchful waiting) praktiziert welche zu Beginn nur Schmerzmittel und abschwellende Nasentropfen beinhaltete. Die Evidenz für diese Therapieform wird allerdings in Frage gestellt. Diese Bedenken wurden zum Anlass genommen eine Randomisierte Studie durchzuführen. Diese konnte belegen, dass ein frühzeitiger Einsatz hochwirksamer Antibiotika bei strenger Indikationsstellung zu einem schnelleren Heilungsverlauf verhalf.